
Tagung der Berufsimker in SoltauAuf der Tagung der Berufsimker vom 13.-14. Januar in Soltau legte der Vorstand des Deutschen Berufs- und Erwerbs-Imkerbundes (DBIB) Rechenschaft ab über die Aktivitäten des vergangenen Jahres. Neben dem Haushaltsbericht, nachdem der Vorstand einstimmig entlastet wurde, stellte DBIB-Präsident Manfred Hederer anhand seines Terminkalenders vor, welche umfangreichen Aktivitäten im letzten Jahr stattgefunden hatten. Einer der Schwerpunkte lag dabei auf Brüsseler Ebene, so fanden zahlreiche Gespräche über Agrogentechnologie und ihre Folgen für die Imkerei über die COPA mit den zuständigen Unterkommissaren der EU statt. Zu den europäischen Aktivitäten des DBIB gehörten auch Treffen und Absprachen mit dem Europäischen Berufsimkerverband EPBA und den nationalen Berufsimkerverbänden. Einer der Vizepräsidenten der EPBA, Walter Haefeker, ist ebenfalls Vorstandsmitglied des DBIB und beschäftigt sich u.a. mit dem Thema Gentechnik. Eine der Aktivitäten auf europäischer Ebene betrifft auch die Apitherapie, die ebenfalls vorangebracht werden soll. |
Nachwahlen zum VorstandEine Vorstandsnachwahl stand ebenfalls an. Nominiert wurde Hedwig Riebe als Ersatz für Reinhold Pauly, der krankheitsbedingt nicht mehr zur Verfügung stand. Hedwig Riebe ist Imkerin in Jülich und wird sich künftig um die Themen Pflanzenschutzmittel und deren Gefahrenpotential für die Imkerei sowie Bestäubungsimkerei kümmern, aber auch den Kontakt zu den zuständigen Stellen in Brüssel halten. Auf ihrer Website stellt sich die Zitadellen Imkerei vor. |
Unterstützung im Kampf gegen die Grüne GentechnikAuf Vorschlag des DBIB-Präsidenten ruft der DBIB seine Mitglieder auf, die geplante Klage der Imkerei Fischermühle von Thomas Radetzki gegen den Anbau der genmanipulierten Maissorte Mon 810 zu unterstützen. Die Initiatoren der Klage sind der Ansicht, daß Mon810 keine ordnungsgemäße Zulassung für den Anbau in Deutschland hat und will ein gerichtliches Verbot dieses Anbaues erreichen. Der DBIB schließt sich dieser Klage an. Im selben Zusammenhang steht auch die Unterstützung des Imkers Michael Grolm, der von Monsanto verklagt wird. Interessant ist dabei die Taktik Monsantos, den Streitwert solcher Verfahren von vornherein möglichst hoch anzusetzen, um über die sich am Streitwert orientierenden Anwaltshonorare den Gegner mundtot zu machen. Jürgen Binder von der Initiative "Gendreck weg" sammelte mit tatkräftiger Unterstützung von Manfred Hederer bei den anwesenden Berufsimkern und Gästen, um so den beklagten Imkerkollegen zu unterstützen. Den Aufruf Hederers, sich gegen die Grüne Gentechnik einzusetzen, quittierten die anwesenden Imker mit Beifall. |
Vorträge während der BerufsimkertageAm Sonntag lief das gut besuchte Vortragsprogramm zum Schwerpunktthema "Sterben unsere Bienen an Pflanzenschutzmitteln und Viren". Zu diesem Themenkomplex referierten Dr. von der Ohe, der in seinem Vortrag auf die Prüf- und Zulassungsverfahren neuer Pflanzenschutzmittel (PSM) einging und Frau Dr. von Kröcher vom Pflanzenschutzamt Hannover beschäftigte sich in ihrem Vortrag mit den Gefahren, die im Laufe eines Bienenjahres von verschiedenen PSM ausgehen. In diesem Zusammenhang kamen seitens der Imker viele Fragen zu den Bienenschäden, wie sie im Kartoffelanbau der letzten Jahre aufgelaufen waren.
Einen interessanten Vortrag lieferte Frau Dr. Elke Genersch zum Thema Virusforschung bei den Bienen. Eine klare Aussage, ob das massive Bienensterben der letzten Jahre nun auf Viruserkrankungen zurückzuführen ist, gibt es ihrer Ansicht nach nicht, kann es aber auch nicht geben. Bienen stürben durchaus an Viruserkrankungen, das sei richtig, aber eben nicht nur, so die Referentin während ihres Vortrages. Schließlich könnten Viren als eine Art Lebensform letztendlich nicht daran interessiert sein, ihren Wirt, die Biene am Ende auszurotten. Dies wiederspräche letztendlich allen natürlichen Grundsätzen der Biologie. |