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Imkerei Flamm
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Tagung der Berufsimker in Soltau

DBIB-Präsident Manfred Hederer bei der Begrüßung der Gäste, im Vordergrund DBIB-Vorstand Horst Nette, Leiter der AG Nord

DBIB-Präsident Manfred Hederer bei der Begrüßung

Auf der Tagung der Berufsimker vom 13.-14. Januar in Soltau legte der Vorstand des Deutschen Berufs- und Erwerbs-Imkerbundes (DBIB) Rechenschaft ab über die Aktivitäten des vergangenen Jahres. Neben dem Haushaltsbericht, nachdem der Vorstand einstimmig entlastet wurde, stellte DBIB-Präsident Manfred Hederer anhand seines Terminkalenders vor, welche umfangreichen Aktivitäten im letzten Jahr stattgefunden hatten. Einer der Schwerpunkte lag dabei auf Brüsseler Ebene, so fanden zahlreiche Gespräche über Agrogentechnologie und ihre Folgen für die Imkerei über die COPA mit den zuständigen Unterkommissaren der EU statt. Zu den europäischen Aktivitäten des DBIB gehörten auch Treffen und Absprachen mit dem Europäischen Berufsimkerverband EPBA und den nationalen Berufsimkerverbänden. Einer der Vizepräsidenten der EPBA, Walter Haefeker, ist ebenfalls Vorstandsmitglied des DBIB und beschäftigt sich u.a. mit dem Thema Gentechnik. Eine der Aktivitäten auf europäischer Ebene betrifft auch die Apitherapie, die ebenfalls vorangebracht werden soll.

Einmarsch des Berufsimkerbundes in den Bundesländern

DBIB-Vorstand Albrecht Pausch erläutert auf dem Berufsimkertag in Soltau die Vorschläge zur Satzungsänderung, mit denen der Deutsche Berufs- und Erwerbs-Imker-Bund in den einzelnen Bundesländern Präsenz zeigen wird

DBIB-Vorstand Albrecht Pausch erläutert die Vorschläge zur Satzungsänderung

Auf der Mitgliederversammlung wurde eine Satzungsergänzung beschlossen, nach der der DBIB künftig auch Landesstrukturen aufbaut und in den einzelnen Bundesländern mit einem Landesgeschäftsführer präsent sein wird. Dies ist nötig, um die Interessen der Berufsimker besser bei den jeweiligen Bundesländern vertreten zu können und ergibt sich aus der föderalen Struktur in Deutschland. Albrecht Pausch erläuterte der Mitgliederversammlung diese Notwendigkeit. Der DBIB-Vorstand wies darauf hin, daß damit keine nachgeordneten oder eigenen Vereinsstrukturen entstehen, sondern daß die zukünftigen Landesgeschäftsführer vom DBIB-Vorstand benannt werden und rein ehrenamtlich tätig sein werden. Die anwesenden Berufsimker nahmen nach kurzer und vertiefender Diskussion den Vorschlag einstimmig an. Insgesamt wurde diese Ausbreitung des DBIB sehr begrüßt, denn in der Vergangenheit ließ die Vertretung der Interessen der Berufsimker auf Landesebene durch den Deutschen Imkerbund gelinde gesagt, doch zu wünschen übrig oder lief sogar konträr. So war es denn auch kein Wunder, daß aus den Reihen der anwesenden Hobbyimkervertreter Kritik laut wurde. Am Rande der Veranstaltung kam es aus diesem Kreis sogar zu wilden Drohungen, die der DBIB-Chef souverän mit den Worten: "Aus einem Frühling kann auch schnell ein Herbst werden!" kommentierte.

Nachwahlen zum Vorstand

Auf der Tagung der Berufsimker in Soltau wurde Hedwig Riebe als neues Mitglied in den Vorstand gewählt. Links neben Hedwig Riebe der Wahlleiter Felix Kriechbaum, am Vorstandstisch der Leiter der AG Nord Horst Nette und Christoph Koch

Hedwig Riebe

Eine Vorstandsnachwahl stand ebenfalls an. Nominiert wurde Hedwig Riebe als Ersatz für Reinhold Pauly, der krankheitsbedingt nicht mehr zur Verfügung stand. Hedwig Riebe ist Imkerin in Jülich und wird sich künftig um die Themen Pflanzenschutzmittel und deren Gefahrenpotential für die Imkerei sowie Bestäubungsimkerei kümmern, aber auch den Kontakt zu den zuständigen Stellen in Brüssel halten. Auf ihrer Website stellt sich die Zitadellen Imkerei vor.

Unterstützung im Kampf gegen die Grüne Gentechnik

Auf dem Berufsimkertag in Soltau berichtete der Imker Jürgen Binder von der Inititative "Gendreck weg!" von den Einschüchterungsversuchen des Agrokonzerns Monsanto und dem Prozeß gegen Michael Grolm und bat die Mitglieder des Deutschen Berufs- und Erwerbs-Imkerbundes um Unterstützung gegen die Grüne Gentechnik, die ihm von Manfrad Hederer unter dem Beifall der anwesenden Imker auch zugesagt wurde.

Der Imker Jürgen Binder von der Initiative "Gendreck weg!"

Auf Vorschlag des DBIB-Präsidenten ruft der DBIB seine Mitglieder auf, die geplante Klage der Imkerei Fischermühle von Thomas Radetzki gegen den Anbau der genmanipulierten Maissorte Mon 810 zu unterstützen. Die Initiatoren der Klage sind der Ansicht, daß Mon810 keine ordnungsgemäße Zulassung für den Anbau in Deutschland hat und will ein gerichtliches Verbot dieses Anbaues erreichen. Der DBIB schließt sich dieser Klage an. Im selben Zusammenhang steht auch die Unterstützung des Imkers Michael Grolm, der von Monsanto verklagt wird. Interessant ist dabei die Taktik Monsantos, den Streitwert solcher Verfahren von vornherein möglichst hoch anzusetzen, um über die sich am Streitwert orientierenden Anwaltshonorare den Gegner mundtot zu machen. Jürgen Binder von der Initiative "Gendreck weg" sammelte mit tatkräftiger Unterstützung von Manfred Hederer bei den anwesenden Berufsimkern und Gästen, um so den beklagten Imkerkollegen zu unterstützen. Den Aufruf Hederers, sich gegen die Grüne Gentechnik einzusetzen, quittierten die anwesenden Imker mit Beifall.

Vorträge während der Berufsimkertage

Dr. Elke Genersch referierte während der Berufsimkertage in Soltau zum Thema Virusforschung bei den Bienen

Dr. Elke Genersch

Am Sonntag lief das gut besuchte Vortragsprogramm zum Schwerpunktthema "Sterben unsere Bienen an Pflanzenschutzmitteln und Viren". Zu diesem Themenkomplex referierten Dr. von der Ohe, der in seinem Vortrag auf die Prüf- und Zulassungsverfahren neuer Pflanzenschutzmittel (PSM) einging und Frau Dr. von Kröcher vom Pflanzenschutzamt Hannover beschäftigte sich in ihrem Vortrag mit den Gefahren, die im Laufe eines Bienenjahres von verschiedenen PSM ausgehen. In diesem Zusammenhang kamen seitens der Imker viele Fragen zu den Bienenschäden, wie sie im Kartoffelanbau der letzten Jahre aufgelaufen waren.

Einen interessanten Vortrag lieferte Frau Dr. Elke Genersch zum Thema Virusforschung bei den Bienen. Eine klare Aussage, ob das massive Bienensterben der letzten Jahre nun auf Viruserkrankungen zurückzuführen ist, gibt es ihrer Ansicht nach nicht, kann es aber auch nicht geben. Bienen stürben durchaus an Viruserkrankungen, das sei richtig, aber eben nicht nur, so die Referentin während ihres Vortrages. Schließlich könnten Viren als eine Art Lebensform letztendlich nicht daran interessiert sein, ihren Wirt, die Biene am Ende auszurotten. Dies wiederspräche letztendlich allen natürlichen Grundsätzen der Biologie.

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Hans Heinrich Ehlen überbrachte Grüße der Landresregierung und würdigte die Bedeutung der Imkerei für die heimische Landwirtschaft

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Hans Heinrich Ehlen

Die Soltauer Berufsimkertage sind immer gut besucht, dieses Jahr sogar mit einem Besucherzuwachs von sechs Prozent bei gleichbleibender Ausstellerzahl

Die Alte Reithalle ist sehr gut besucht

Auf den Berufsimkertagen in Soltau berichtete Kirsten Traynor über die Imkerei in den USA, wo die Bienen bei der Bestäubung von Kulturen eine viel größere Rolle spielen als hierzulande und einen herausragenden Platz in der Imkerei einnehmen

Kirsten Traynor berichtete über Bestäubungsimkerei in den USA

Jürgen Frühling überbrachte Grüße von den niedersächsischen Hobbyimkern

Jürgen Frühling überbrachte Grüße von den niedersächsischen Hobbyimkern

Hauke Martinsen von der Versicherungsagentur Gaede & Glauert berichtete über die Schadensfälle in den Imkereien im abgelaufenen Jahr

Hauke Martinsen von der Versicherungsagentur Gaede & Glauert berichtete über die Schadensfälle in den Imkereien im abgelaufenen Jahr

Auf der Mitgliederversammlung der Berufsimker waren auch das Netzwerk Blühende Landschaft sowie die AG Magazinimker anwesend. Beide Inititativen werden vom DBIB unterstützt, insofern als der DBIB die Ziele der Verbesserung des Trachtangebotes für Bienen und blütenbesuchende Insekten wie auch die Magazinbetriebsweise als wesentlich für die Zukunft der Berufsimkerei betrachtet.

Auf der Mitgliederversammlung der Berufsimker waren auch das Netzwerk Blühende Landschaft sowie die AG Magazinimker anwesend. Beide Inititativen werden vom DBIB unterstützt, insofern als der DBIB die Ziele der Verbesserung des Trachtangebotes für Bienen und blütenbesuchende Insekten wie auch die Magazinbetriebsweise als wesentlich für die Zukunft der Berufsimkerei betrachtet.

Dr. Werner von der Ohe, Bieneninstitut Celle, erläuterte Prüfverfahren im Pflanzenschutz

Dr. Werner von der Ohe, Bieneninstitut Celle, erläuterte Prüfverfahren im Pflanzenschutz

Dr. von Kröcher vom Niedersächsischen Pflanzenschutzamt in Hannover beschäftigte sich in ihrem Vortrag mit den Gefahren, die im Laufe eines Bienenjahres von verschiedenen Pflanzenschutzmitteln für die Gesundheit der Bienen und die Qualität des Honigs ausgehen

Dr. von Kröcher vom Niedersächsischen Pflanzenschutzamt in Hannover beschäftigte sich in ihrem Vortrag mit den Gefahren, die im Laufe eines Bienenjahres von verschiedenen Pflanzenschutzmitteln für die Gesundheit der Bienen und die Qualität des Honigs ausgehen

Zuletzt aktualisiert am: Sonntag, 31.01.2010